Normalerweise arbeiten Sie viel mit Bewegungen, mit Worten – bei „Lauras Stern und die Traummonster“ waren Sie nun lediglich vor dem Mikrofon tätig. Und Sie durften noch nicht einmal sprechen, sondern nur Laute von sich geben. War das eine große Umstellung?
Schmitz : Überhaupt nicht. Ich habe mich ja bewegt, man sieht es nur nicht. Wenn Sie sich beim Synchronisieren nicht bewegen oder nicht wirklich lachen, wenn es die Szene vorgibt, dann hört man das. Wenn der Sprecher stocksteif am Mikrofon sitzt und nur Worte spricht, dann erzielt man nicht das gewünschte Ergebnis. Und dass der ,Lichtfänger‘ nicht sprechen kann, sondern nur Laute von sich gibt, das war ja gerade das Tolle an dieser Aufgabe. Eigentlich konnte ich mich dadurch sogar noch mehr ausleben als sonst und habe das sehr genossen. Ob sich jeder vor dem Mikrofon so viel bewegt wie ich, das weiß ich natürlich nicht . . .
Sie haben lange Zeit auch Improvisations-Theater gespielt – unter anderem in der Sendung „Schillerstraße“. Hat Ihnen diese Erfahrung geholfen?
Schmitz : Ja, zum Beispiel, weil man in beiden Bereichen – Impro und Synchronisation – keine Berührungsängste haben darf. Man stürzt sich einfach in eine Sache hinein, ohne das Ganze lange zu hinterfragen. Das hilft ungemein. Learning by doing ist das allerbeste Mittel, um zum Ziel zu kommen.
Was macht für Sie persönlich einen guten Kinderfilm aus?
Schmitz : Herz ist wichtig. Herz und Authentizität. Es kommt aber auch darauf an, dass die Menschen, die den Film machen, das Kind in sich noch nicht verloren haben, nach wie vor eine Verbindung zu den jungen Zuschauern haben. Sie dürfen bei ihrer Arbeit nicht nur versuchen, große Kunst zu machen, sondern müssen genau beobachten, wie Kinder eigentlich ticken. Und bei „Lauras Stern“ funktioniert das, wie ich finde, ganz hervorragend. Der Erfolg zeigt ja, dass diese Filme die Kinder erreichen – das ist eine schöne Sache. Da sind Menschen am Werk, die genau hinschauen, genau hinfühlen, wie es Kindern eigentlich geht. Zum Beispiel finde ich es großartig, dass der Kollege Markus Maria Profitlich seiner Figur ,Fresso’ einen rheinischen Akzent gibt. Das finden Kinder lustig, da bin ich sicher. Toll finde ich auch, dass die Zeichner die Monster einfach so entworfen haben, wie es ihnen in den Sinn kam und das Herz es vorgab. Die Liebe zum Detail ist spürbar, und das ist vermutlich das Entscheidende.
Welche Kinderfilme haben Sie denn früher gern gesehen?
Schmitz : Als Kind habe ich zum Beispiel das „Dschungelbuch“ geliebt, Mogli hatte ich wirklich ins Herz.geschlossen. Überhaupt war ich Fan der Klassiker für Kinder.
Gibt es etwas, das Sie mit Ihrer Figur, dem ,Lichtfänger’, verbindet?
Schmitz : Das ist eine gute Frage. Was verbindet mich mit dem Lichtfänger . . . ? Ich glaube, es ist vor allem das Pure, das ich mit dem Monster gemein habe. Und ich vermute, dass es auch das Authentische ist, worin ich mich ein bisschen wiederfinden konnte. Ich habe aber nicht vier Arme, das ist schon ein bisschen schade. Und nicht zu vergessen: Ich beherrsche ein paar Worte mehr. Manchmal wünsche ich mir allerdings, ich könnte auch einfach nur wie der ,Lichtfänger’ durch die Gegend rennen und „Boahkamquamatschawaaah!“ sagen und alle würden mich verstehen.
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