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Schulmilch, Schulmilch
Am 7. März feiern wir den Tag der gesunden Ernährung, in diesem Jahr zum 14. Mal. Auch ich finde gutes und gesundes und leckeres Essen wichtig. Frisch, regional, saisonal, möglichst wenig verarbeitet und mit möglichst wenigen Zusatzstoffen sollte es sein. Als Orientierungshilfe kann man die „Fünferregel“ nehmen, das hat mir mal jemand von der Verbraucherberatung gesagt: Stehen auf der Zutatenliste mehr als fünf Wörter oder irgendetwas, unter dem man sich nichts vorstellen kann – dann ist es kein gutes, gesundes, frisches Essen mehr.
Ich finde es auch gut, dass die Kinder im Kindergarten und in der Schule Projekte dazu machen; dass sie wissen, wie viel Stück Zucker im Ketchup sind und welche Lebensmittel „rot“ sind (wie schlecht) und „grün“ (wie gut). Und dass sie ein Aufkleberchen bekommen, wenn ihr Pausenbrot aus Getreide, Obst, Gemüse und Milchprodukten besteht.
Womit wir beim Thema Schulmilch wären.
Schulmilch ist das Gegenteil von gesunder Ernährung
Schulmilch hat mit gesunder Ernährung nämlich nicht mehr viel zu tun.
Ich habe nichts gegen Milch, ich glaube nicht, dass alle Zivilisationskrankheiten dieser Welt von Kuhmilch ausgelöst werden und dass Milch nur für Kälbchen gedacht ist und nicht für meinen Milchkaffee.
Ich glaube allerdings auch nicht, dass Kinder ohne Milch im Bauch nicht rechnen können. Und auch nicht, dass Landwirtschaftsministerien und Milchwirtschaftsverbände deshalb Programme zur Steigerung des Schulmilchkonsums erforschen und sponsern müssten.
(Selbst wenn sie sich wirklich Gedanken machen um die „geistige und körperliche Fitness“ meiner Kinder und um deren Calciumaufnahme. Und dass sie nicht nur wollen, dass mehr Milch gekauft wird.)
Kaum ein Kind kauft sich Milch
Vor allen Dingen ist es ja gar keine MILCH, die die Kinder kaufen. Sondern: Kakao, Erdbeermilch und Vanilledrink. Und auf deren Zutatenlisten stehen Magermilch, Molkepulver, Zucker, Natriumcyclamat, Acesulfatam, Carmin, Carrageen, Guarkernmehl und Aroma – was eindeutig der Fünferregel widerspricht.
Und selbst wenn „nur“ jede Menge Zucker in der Milch wäre (und das ist es, mehrere Stückchen pro Flasche je nach Sorte) und ich das ganze unter „Süßigkeit“ verbuchen würde – gegen die ich, nebenbei gesagt, prinzipiell nichts einzuwenden habe.
Aber: so manches kleine sechsjährige Kind hat nicht so viel Platz im Magen, dass es nach der Vanillemilch noch das Käsebrot mit Gurke und Apfel essen könnte, für das es eben noch seinen Streberaufkleber bekommen hat.
Und eines habe sogar ich schon in der Schule gelernt: mit Süßigkeiten im Bauch kann man nicht gut lernen. Zucker macht zwar erst mal fit. Aber relativ schnell geht der Blutzuckerspiegel nach unten, und das Kind wird müde, noch bevor die Rechenstunde zu Ende ist.
Tja, und deswegen finde ich, dass Schulmilch nichts mit gesunder Ernährung zu tun hat.

