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Magen-Darm-Infekte und ihre hauswirtschaftlichen Herausforderungen
Wir haben Magendarm. Oder den Flotten Otto, Würfelhusten, Brechdurchfall, die Spuckerei und welche lustigen, beschönigenden und lautmalerischen Bezeichnungen es dafür noch so alle gibt. Naja, heute hat man ja eher den Noro-Virus, Rotaviren, Salmonellen oder zumindest eine anständige Lebensmittelvergiftung. Man kann ja alles testen lassen heutzutage beim Arzt. Allerdings ist mir die Nähe einer Toilette momentan wichtiger als unsere Krankheit mit wissenschaftlich korrektem Namen ansprechen zu können.
Wann trocknet ein Kind aus, wann wird esgefährlich?
Damals vor sieben Jahren, als unser erstes Baby fünf Monate alt war und sich das erste Mal übergeben musste, wurde uns Himmelangstundbange. Durchfall und Erbrechen, davor haben Eltern eine Urangst, glaube ich. Wie vor Spinnen und Schlangen. Ewige Zeiten sind Kinder daran einfach gestorben und in vielen Ländern der Welt passiert das heute noch tagtäglich.Jedenfalls wünschte ich mir in diesen Stunden nichts mehr als eine medizinische Zusatzausbildung, zum Beispiel um eindeutig erkennen zu können, wenn der Zustand meines Kindes von „k.o.“ zu apathisch wechseln würde.
Medizinische Aufrüstung
Das Kind hat überlebt, problemlos, würde ich im Nachhinein sagen. Ich buchte noch ein bisschen unter Schock Erste-Hilfe-Kurse, kaufte Gesundheitsratgeber und arbeitete mich durch die verschiedenen Jahrgänge der Zeitschrift Ökotest: aus den verschiedenen Mittelchen wollte ich selbstverständlich nur das jeweils „sehr gute“ in meine profimäßige Ausmaße bekommende Hausapotheke aufnehmen.
Mittlerweile, nach gefühlt 50 und gezählt 9 Magendarmgeschichten in der mittlerweile fünfköpfigen Familie ist die Abteilung Verdauung in der Hausapotheke auf Iberogast-Tropfen und Blaubeertee geschrumpft. Und meine Einstellung ist nüchterner geworden: In Deutschland stirbt ein Kind an so etwas nicht so schnell, schon gar nicht, wenn es fit genug ist, um drei Stunden „Der kleine Eisbär“ auf DVD zu schauen.
Putzlappen statt Pillen
Fortbildungsbedarf sehe ich eher in der hauswirtschaftlichen Seite: Ist es besser das Zeug in Dielenritzen trocknen zu lassen oder besser mit viel Wassernachzuspülen? Wie viele Milliliter produziert so ein kinderüblicher Durchfall und in welchen zeitlichen Abständen droht das Töpfchen überzulaufen? Wie bringt man Kinder dazu, den Eimer am Bett auch zubenutzen? Und, wenn es nicht geklappt hat: Kann die Bettwäsche mit Plocken in die Waschmaschine?
Von den Gesundheitsrategebern ist mir einer geblieben:
⇒ „Gesundheitfür Kinder: Moderne Medizin –Naturheilverfahren –Selbsthilfe“, von Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, und Dr. med.Arne Schäffler.
Ich verschenke das Buch regelmäßig und kann es auch hier nur wärmstens weiter empfehlen. Dieaktuelle Neuauflage ist gerade erschienen. (29,90 €, Kösel-Verlag).

