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Bildung aus Büchern
Liebe Verbraucherschützer, jetzt, wo ihr die Lebensmittel-Kennzeichnung durch habt, könntet ihr Euch da mal um die Bücher kümmern? Da ist nämlich auch nicht immer drin, was draufsteht: „... hier erfährt Ihr Kind, wie ein Landwirt lebt und arbeitet“, so oder ähnlich heißt es zum Beispiel im Klappentext der „Entdecke-den-Bauernhof“-Bücher. Ob es jemals in der Landwirtschaft so idyllisch zuging wie im Sach-Bilderbuch – ich weiß es nicht. Nur: heutzutage ganz bestimmt nicht, oder? Auch nicht beim Biobauern.
Oder die Piraten. Die werden den Kindern als Robin Hoods der Weltmeere verkauft. „Cool“. Sagt mein Sohn. Besonders wenn es dazu noch Lieder und Bastelanleitungen gibt wie in „Käpt’n Sharky’s Handbuch für Piraten“ (Coppenrath, 9,95 Euro). Dass die Sache mit den echten Piraten vor der afrikanischen Küste und der Deutschen Marine, die dort zur „Piratenabwehr“ stationiert wurde, nicht ganz so cool ist: Muss ich ihm das selber erklären?
Oder all die Naturführer. „Spuren suchen“ (Velber, 12,95 Euro) zum Beispiel: Darin werden wilde Tiere beschrieben, es wird gezeigt, wie das alles so aussieht in freier Wildbahn. Nur gibt es immer weniger freie Wildbahn – Wildschweine oder Eichhörnchen hinterlassen ihre Fährten in Parks oder im Hof bei den Mülltonnen. Kleinlich? Dass Bücher fantastische Geschichten oder lustigen Quatsch erzählen, dagegen habe ich nichts. Nur dass sie so tun, als seien sie Sach-Bilderbücher, das will ich nicht.

