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Fackedumm
Meine Kinder spielen öfter Ich-bin-Hu-Tuckmer-und-du-Sam-Player. Ich dachte, irgendwelche KiKa-Figuren oder Laserschwertkämpfer, ich kenne mich da nicht so aus. Dazu singen sie immer eine bestimmte
Melodie - die erkannte ich irgendwann, als ein Lied von Lena: „Who took my cassetteplayer“ – das hören wir oft beim Aufräumen – und mir wurde klar, wer Hu Tuckmer und Sam Player sind.
Und: Mir fiel wieder ein, dass meine Schwester und ich früher oft „fackedumm“ sagten, aus dem Titellied der Sesamstraße: „Wieso, weshalb, warum – wer ist fackedumm?“ Ich habe dann gegoogelt: Es gibt mehrere Einträge bei Wikipedia, Chats, Listen der lustigsten oder poetischsten Verhörer und ganze Bücher: ein „Handbuch des Verhörens“ mit dem Untertitel „Der weiße Neger Wumbaba“ (eigentlich „der weiße Nebel wunderbar“ aus „Der Mond ist aufgegangen“), oder das Kinderbuch „Luftabong und Popapier“ (Klett-Kinderbuchverlag).
Dass man sich verhört, passiert nicht nur Kindern. Aber warum nehmen die offensichtlich Sinnloses hin? Und entdecken manchmal erst als Erwachsene, wie es wirklich heißt? Kinder haben halt noch so viel Fantasie? Ich glaube, es ist eher andersrum: Für Kinder ist die Welt einfach rätselhaft und unverständlich. Sie sind daran gewöhnt, dass Erwachsene „gleich“ sagen und „jetzt nicht“ meinen. Oder bei jedem Essen wenigstens eine „Kotzprobe“ verlangen. So sind sie halt, denken die Kinder vermutlich. Und nicht: Kotzprobe – wie fackedumm.

