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Alles nur Theorie...
Jul '11
09:51 Uhr
22

Wassersparen

Kinder und Wasser ziehen sich magisch an – weswegen Eltern den ganzen Tag damit beschäftigt sind, vollgelaufene Gummistiefel trockenzulegen, Gießkannen zu beschlagnahmen, Trinkgläser zu sichern, Wasserhähne zuzudrehen. Früher mag es das Hausfrauengewissen gewesen sein, heute spricht aus ihnen das Umweltgewissen: „Wasser ist kostbar. Mit Wasser spielt man nicht.“

Wasserflaschen

Dabei könnte es so schön sein: einfach den Schlauch in den Sandkasten und die Kinder sind stundenlang beschäftigt. Letztens habe ich es mir mal wieder so schön gemacht: Habe mir Kaffee gekocht und geschafft, all das zu lesen, was sich auf dem Bei-Gelegenheit-mal-Lesen-Stapel gesammelt hatte. Es war viel Interessantes dabei. Zum Beispiel, dass die Organisation „Water Footprint Network“ ausgerechnet hat, wie viel Wasser es braucht, um welche Lebensmittel anzubauen und herzustellen.

Meine schöne große Tasse Milchkaffee zum Beispiel brauchte ca. 250 Liter Wasser. Ich wurde etwas nervös, denn es war bereits meine dritte schöne große Tasse Milchkaffee. Und ich habe nachgestoppt: Fünf Liter laufen pro Minute durch unseren Schlauch, wenn man ihn nicht ganz voll aufdreht. Globalökologisch können die Kinder also zwei Stunden pro Nachmittag muttkern – wenn ich dabei keinen Kaffee trinke. Ich las noch mehr, zum Beispiel dass der Verein Deutscher Ingenieure empfiehlt, im Sommer einmal pro Woche jeden Wasserhahn so lange laufen zu lassen, bis das Wasser konstant kühl ist.

Weil sich im Sommer Keime schneller vermehren und Wasser deswegen nicht längere Zeit in der Leitung stehen soll. Damit ist die Sache eigentlich klar: mehr Wasserspiel-Tage, weniger Kaffee.

Wissenschaft im Alltagstest

von: Sigrid Tinz

Diskutieren Sie mit Sigrid Tinz über ihren Alltag als Mutter und Wissenschaftsjournalistin.

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