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kinderkochschule

Forellen am Haken

Angel und Bienenmaden:Die beiden Hauptutensilien, die die Kinder bei der Kochschule benötigen. Doch so einfach ist das ganze dann doch nicht, denn derart leicht beißen die Forellen bestimmt nicht an.

Aber dann geht es erst richtig los: Valerie und Hannah sind in Aktion und holen die Innereien aus dem Fisch.
Foto: © Maike Harhues
Aber dann geht es erst richtig los: Valerie und Hannah sind in Aktion und holen die Innereien aus ...
 

Diese Petrijünger kennen keine Gnade. Ein Jubelschrei aus dreißig Kinderkehlen, als sie endlich beim Schlachten der Fische helfen können: Während der zehnjährige Julius die glibschige, zappelnde und noch quicklebendige Regenbogenforelle mit festem Griff gepackt hält, streckt der siebzehnjährige Dennis vom Lippborger Angelverein sie mit geübtem Knüppelschlag nieder – die Kinderkochschule an den Ahlener Fischteichen ist jedenfalls nichts für Zimperliche.

Und nichts für Unsportliche: Denn beim Auswerfen der Angelleine gilt es für den zehnjährigen Laurenz aus Senden, den Haken mit Schwimmer und unappetitlicher Bienenmade möglichst weit vom Ufer zu positionieren. „Boh, das waren bestimmt sechs Meter“, freut sich Hans-Jürgen Leitner, der hier sonst die Nachtangler kontrolliert und jetzt sechs Kinderkochschüler unter seinen Fittichen hat. Die machen sich es hinter ihren Angelruten erst einmal gemütlich. Doch plötzlich bewegt sich etwas am Schwimmer und die zehnjährige Hannah springt auf und jetzt wird es spannend: „Du mußt langsam kurbeln, damit die Leine nicht reißt“, weist Tim Klose das Mädchen an. Der Siebzehnjährige ist Jugendleiter des Heestener Angelvereins und fordert Teamwork. Hannahs Freundin Valeria schießt das Adrenalin in den Körper, als sie mit dem riesigen Profikescher die jetzt dem Ufer nahe wild sich wehrende Forelle einfangen soll. „Tja, die weiß noch nicht, dass es gleich aus ist mit ihr“, kommentiert die siebenjährige Caroline aus Drensteinfurt ganz cool das Geschehen.

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regenforelle
Gegrillt mit Meersalz und Dill

Aber nicht nur aus ist es mit der Forelle, sie wird auch Anschauungsobjekt beim Ausnehmen vor 68 staunenden Kinderaugen. Teichpächter Roland Krömeke hält das zuckende Fischherz in den Händen und erklärt: „Die Nerven lassen das Herz auch nach dem Tod noch zehn Minuten weiterschlagen.“ Die Innereien kommen in den Müll, doch Marlon schnappt sich die Leber und rennt damit zu Norbert Kosorski. Zusammen mit Kinderkochschulgründer Holger Wegmann („Hier lernen die Kinder die Nahrungskette wirklich ganz von Anfang an kennen.“) und Sven Clasvogt, allesamt Köche-Kollegen der NRW-Bank aus Münster, hat Kosorski inszwischen den riesigen Gasgrill angeheizt. Marlon überredet den Koch, die Leber auf den Grill zu legen und behauptet: „Echt total lecker“, während er ein winziges Teil des inzwischen garen Organs in den Mund schiebt.

Valeria und Hannah sorgen eigenhändig für Lebernachschub, grabschen sich die inzwischen geschlachteten Forellen ihrer Anglerkollegen, schneiden sie selbst auf und holen die Innereien mit bloßen Händen heraus – ohne mit der Wimper zu zucken, während ihnen das Blut an den Händen herunterläuft.

Zum Glück ganz unblutig streichelt der achtjährige Florian aus Ascheberg einen meterlangen Aal – möglichst weit vom Fischkopf weg, denn der „echt voll aalglatte“ Fisch schnappt schon mal nach Kinderfingern. „Ey, Roland, kannst du nicht auch noch einmal einen von den Stören „rüberhieven“, wünscht sich Florian, mit dem Forellenteichpächter längst per Du und mit dem Stör schnell auf Tuchfühling.

Viel zimperlicher stellen sich die Clemens und Marie - obwohl sie die Forellen selbst mit Kräutern und Salz bestreut haben - beim Genuß des gegrillten Fisches an: „Doch, doch, schmeckt super“, beharren die beiden Achtjährigen über ihrer Probierportion und essen sich mit den Tellern auf den Knien am Teichufer an Kräuterbutterbaguettes und Quark mit frischen Erdbeeren satt.

Die nächste Kinder-Kochschule findet am 3. Oktober statt. In den Rieselfeldern in Münster geht es beim Imker um das Thema Honig.

Zum Thema „Regenforelle“:

- weitere Namen: Teichlachs, Lachsforelle (bei spezieller Fütterung wird das Fleisch lachsrosa)

- ähnliche Körperform wie die Bachforelle

- „Regenbogenfarben“ auf der Flanke klares Erkennungszeichen

- schwarz punktiert bis zur Schwanzflosse

- stammt aus Amerika

- steht gern im freien Wasser und wartet auf antreibende Insekten und Würmer

(Maike Harhues)


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