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Schnüffler mit Schnauze(r)

1981 revolutionierte Götz George als Horst Schimanski den deutschen Krimi. Die Jugend von einst hat er nachhaltig beeindruckt.

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Je älter man wird, desto länger darf man aufbleiben. Alte Erziehungsregel. Als Kind entwickelt man schnell Neid auf ältere Geschwister und auf die eigenen Eltern, weil sie spät abends Fernsehserien anschauen können, die für Jüngere tabu sind: Derrick, Dallas und Denver. Und natürlich auch Tatort.

Vor 30 Jahren erschien ein neuer Typus Fernsehkommissar auf der Bildfläche. Einer, der die deutsche Krimiserie beeinflussen sollte wie kein anderer. Horst Schimanski. Der Kommissar vom neuen Schlag: In seiner beige-grauen M65-Feldjacke pöbelt und prügelt sich der sogenannte „Ruhrpott-Rambo“ durch insgesamt 29 Tatort-Folgen (inklusive zweier Kinofilme).

Die von Götz George gespielte Figur des derben Draufgängers rückt das Ermittlungsteam (hier mit dem kongenialen Partner Thanner) in den Fokus. Der aufzuklärende Kriminalfall ist nur noch Staffage.

Ganz extrem ist das in der eigenständigen Krimiserie „Schimanski“ zu beobachten, die nach sechsjähriger Pause den schnauzbärtigen Schnüffler 1997 wieder auf dem beliebten Sendeplatz am Sonntagabend präsentierte. Schimanski duldet keine anderen Stars neben sich.

Für uns Kinder der 70er Jahre ist das alles aber nicht so spannend wie die Tatsache, dass wir es Schimanski verdanken, das Wort „Scheiße“ öffentlich zu benutzen. Damals wurde sogar mitgezählt, wie oft das Wort in einer Tatort-Folge gefallen ist: definitiv öfter als 30 mal. Herzlichen Glückwunsch, Schimmi!

(Carsten Vogel)


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