Seitdem ist er für alle der Nine-Eleven-Junge, für Ben eher etwas Abstraktes, denn er kann sich an seinen Vater kaum erinnern. Was es wirklich bedeutet, ein hinterbliebenes Kind der Terroranschläge zu sein, erschließt sich Ben erst, als er im Sommer für einige Wochen bei seinen Großeltern einzieht und das muslimische Nachbarsmädchen Priti kennenlernt.
Priti verdächtigt ihre älteren Brüder – halb im Ernst, halb im Spaß –, potenzielle Selbstmordattentäter und Ehrenmörder zu sein. Ben und Priti schließen sich gemeinsam mit Bens Cousin Jed zu einer Art Notgemeinschaft zusammen. Sie wollen Helden sein, den vermeintlich geplanten Terrorakt und einen Ehrenmord verhindern. Ein Roman, der nicht vom 11. September, sondern von dessen Nachwirkungen handelt: Trauer, Verlust, Vorurteile, Verdächtigungen und die Folgen – alles gesehen und erzählt aus Kinderperspektive. Bewegend, fesselnd, erschreckend.
„Der Nine-Eleven-Junge“ von Catherine Bruton. Baumhaus, 14,99 Euro.
