Waldemar Bonsels wurde in Ahrensburg bei Hamburg geboren, ging in Kiel zur Schule, machte in Bielefeld eine Kaufmannslehre und ließ sich anschließend zum Missionskaufmann ausbilden. Den Jahreswechsel 1903/04 verbrachte er als Missionar in Ostindien, gab diese Tätigkeit jedoch empört auf und versuchte sich dann als Verleger, bis ihn der Erfolg seiner „Biene Maja“ aller Sorgen enthob. Von da an schrieb er keine Misserfolge mehr, dafür war sein Name einfach viel zu geläufig.
Den Nazis passte sein schwärmerischer Stil nicht in den Kram. Die meisten seiner Bücher kamen auf die schwarze Liste, einige wurden öffentlich verbrannt. Dann setzte Bonsels auf das falsche Pferd, knüpfte Kontakte, ließ Antisemitismus anklingen und biederte sich bei den Nazis an. Er starb 1952 in seinem Haus am Starnberger See. Die Waldemar-Bonsels-Stiftung kümmert sich heute um sein Werk.
Kein sympathischer Typ? Ein bisschen wird man mit Bonsels versöhnt, wenn man sein kleines Selbstporträt in der „Biene Maja“ entdeckt. Der schnöselige Weberknecht Hannibal schildert darin seinen „Kampf mit dem Menschen“ – und dieser Mensch ist niemand anders als der Schriftsteller selbst, wie er gerade die „Biene Maja“ schreibt.
Da sitzt er mit der Rotweinflasche in seiner vergammelten Laube, und das Schreiben geht ihm umso leichter von der Hand, je mehr er an der Flasche nuckelt. Den Weberknecht nimmt er mit einem lächelnden „Sieh da!“ am Bein hoch – und das Bein reißt ab. Bonsels erzählte später, seine Kindheitserlebnisse am Bredenbeker Teich in Ahrensburg hätten ihm die nötigen Ideen für die spätere „Biene Maja“ geliefert.
