Nur ein bisschen hüpfen, das ist Kilian zu langweilig. „Hüpfen ist was für Babys“, sagt der Fünfjährige selbstsicher. Auf dem großen Trampolin zeigt er seine Tricks, natürlich immer mit dem Hinweis: „Guck mal, was ich kann, Papa!“ Dann folgen zwei Salti vorwärts, noch eine schnelle Drehung und ein Salto rückwärts, und mit Kilian fliegen die langen Haare durch die Lüfte – so lange, bis „das kleine Herzchen ganz doll wummert“, wie Papa Stefan Düring feststellt, während sich sein Sohn kurz in seinen Armen ausruht.
Aber auch nur ganz kurz, denn im 5000 Quadratmeter großen Indoor-Spielplatz Yupidu warten noch so viele Klettergerüste, Hüpfburgen und Tretautos, die alle erobert werden wollen, dass Kilian keine Zeit für eine ausgiebige Pause bleibt. „Komm, wir klettern durchs Piratenschiff“, fordert der kleine Draufgänger.
Das Piratenschiff ist ein dreistöckiges Klettergerüst mit verschieden schnellen und langen Rutschen, einer wackeligen Brücke und einem dunklen Krabbeltunnel – und da muss ich nun mit durch, der Papa passt nämlich nicht durch die kleinen Winkel. „Du brauchst keine Angst zu haben, das ist nicht schlimm“, beruhigt mich Kilian, bevor wir zusammen durch die gelbe Rutsche sausen.
Die Landung ist etwas unbequem. Ins Bällchenbad am Ende der Rutsche haben sich ein paar Bauklötze und eine Butterbrotsdose verirrt. Kilian macht das nichts, auch nicht, dass es im „Gruseltunnel“, in dem wir die Hand vor Augen nicht sehen können und uns über und durch Schaumstoffrollen quetschen müssen, ziemlich dreckig zu sein scheint. Jedenfalls habe ich nach der Klettertour das dringende Bedürfnis, mir die Hände zu waschen. Kilian putzt sich die Hände einfach an der Hose ab – er hat ja keine Zeit, schließlich waren wir noch gar nicht auf dem Fußballplatz. Das ist dann aber wieder Papas Part.
Gegen Vorlage des Ausweises bekommen wir den Fußball an der Theke umsonst. Es folgt ein Vater-Sohn-Duell, in dem Kilian wieder klar vorne liegt und so lange Tore ins kleine Netz schießt, bis er, alle Viere von sich gestreckt, atemlos auf dem Kunstrasen liegt.
Kilian möchte jetzt etwas weniger Anstrengendes unternehmen, am liebsten auf der Elektro-Kartbahn ein Rennen fahren. Allerdings muss der Papa dafür 50 Cent in das Elektro-Auto werfen. Eine Investition, die sich nur bedingt lohnt. Zwar hört der Kleine auf zu quengeln, wirklich Spaß hat er seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen aber nicht. Zudem wartet neben fast jeder Attraktion, wie dem Soft Mountain (ein riesiger aufblasbarer Berg) oder der Hüpfburg, eine weitere „Quengel-Falle“: ein Rennsimulator, ein Bagger, ein Kicker – alles für 50 Cent pro Runde. Ein teurer Spaß neben dem Eintritt von knapp zehn Euro.
Sparen können Eltern dafür beim Essen. Wer auf Pommes und Schnitzel lieber verzichtet, kann seine eigenen Brote, Obst oder Getränke mitbringen. Daran hatte Stefan Düring allerdings nicht gedacht. Nach zwei Stunden Toben geht es daher müde und hungrig nach Hause. Und Kilian verspricht mit einem Grinsen: „Beim nächsten Mal spiele ich schlechter Fußball. Dann hast du auch eine Chance, Papa.“
Attraktionen: Viele luftgepolsterte Klettergerüste auch für Kleinkinder. Im Sommer kann draußen und drinnen getobt werden, dann laden eine 20 Meter lange Wasserrutsche und ein Pool zur Abkühlung ein.
Specials: Angebote für Kindergeburtstage, Brunch oder Frühstück. Erwachsene können die Soccer-Plätze mieten.
Adresse: Yupidu, Werther Straße 3, 46395 Bocholt, Telefon 0 28 71/21 90 835, www.yupidu-spielpark.de
Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch, Freitag sowie Samstag und Sonntag von 10 bis 19 Uhr, Dienstag und Donnerstag eine halbe Stunde früher.
Preise: Kinder unter einem Jahr frei, bis zwei Jahre 4,90 Euro, zwischen drei und 17 Jahren 6,90 Euro, Kinder ohne Begleitung ab sieben Jahre 7,90 Euro, Erwachsene 3,90 Euro, Ermäßigungen für Senioren – und mit einer Eins bei einer Klassenarbeit.
