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big wall bösensell

Kraxeln mit Kniff

Dieser Gipfelsturm ist nichts für Senkrechtstarter. Wer die steilen Wände der Kletterhalle „Big Wall“ in Bösensell erklimmen will, muss vor allem eines mitbringen: Bodenhaftung. Geduld und Konzentration.

Nachwuchs in den Seilen: Bei „Big Wall“ werden auch die jüngsten Kursteilnehmer in die Gurte gesteckt.
Foto: © Dietrich Harhues
 Nachwuchs in den Seilen: Bei „Big Wall“ werden auch die jüngsten Kursteilnehmer in ...
 

Dieser Gipfelsturm ist nichts für Senkrechtstarter. Wer die steilen Wände der Kletterhalle „Big Wall“ in Bösensell erklimmen will, muss vor allem eines mitbringen: Bodenhaftung. Geduld und Konzentration sind unverzichtbar. Denn bevor ein Anfänger die künstlichen Felsen überhaupt zu fassen kriegt, steht die Knotentechnik auf dem Programm. Eine Frage des Überlebens, weshalb die Trainerin nicht nur an diesem Sonntag allen Kursteilnehmern auch hartnäckig-pingelig auf die Finger schaut.

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Die Atmosphäre ist locker. Man duzt sich in der Kletterszene. Doch Kursleiterin Lydia bleibt streng. Die Sicherungsknoten, die beweglichen Schlaufen, die Koordination beider Arme und Hände wollen erst mal verinnerlicht werden. Je schneller das Fummeln mit den Seilen fluppt, desto eher kann es ans Kraxeln gehen. Erstaunlich: Die Frau mit den Dreadlocks, die ein halbes Dutzend Familien gleichzeitig in die Geheimnisse des sicheren Klettersports einweist, bleibt erstaunlich geduldig, wenn Teilnehmer sich zerknirscht ein „Ich kapier’ das nicht“ in den Bart murmeln.

Der Genuss, den inneren Schweinehund und die Schwerkraft überwunden zu haben, entschädigt für das „Trockenschwimmen“ mit Knoten und Karabinerhaken.

Wer den Kniff einmal heraushat, wächst mit seinen Aufgaben. Dies gilt auch und gerade für Kinder, die aber mindestens im Grundschulalter sein sollten, um einige „Big Wall“-Routen bewältigen zu können.

Dass aber kein Klettermaxe vom Himmel gefallen ist, zeigt sich, wenn der Blick durch die Halle schweift. Dort tummeln sich viele ambitionierte Amateure, Männer wie Frauen, die allen physikalischen Gesetzen ein Schnippchen zu schlagen scheinen. Wer sich auf deren Pfade begeben will, braucht keine Hydraulik-Kraft in den Armen, sondern vor allem die richtige Klettertechnik und viel, viel Übung.

Attraktionen: 800 Quadratmeter Kletterfläche; Wandhöhe: 15 Meter; Café/Bistro; im Sommer mit Biergarten.

Alter: Die Kinder sollten mindestens sechs Jahre alt sein. Kindern ab zehn Jahren fällt es meist leichter, an der Steilwand spürbare Erfolge zu erreichen.

Familienfreundliche Ausstattung: Sonntag ist Familientag. Ein zweistündiges Kinderklettern startet um 12 und 14.30 Uhr. Die Erwachsenen werden eingewiesen, dann können sie ihre Kinder selbständig sichern, während die Trainer weiterhin unterstützend eingreifen. Achtung: Wenn über die zwei Stunden hinaus weiter gekraxelt werden soll, um das Erlernte zu üben, muss eine Tageskarte gekauft werden.

Adresse: Im Südfeld 2, 48308 Senden (Gewerbegebiet Bösensell)

Öffnungszeiten: Dienstags bis donnerstags von 14 bis 22.30 Uhr, freitags bereits ab 10 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 20 Uhr. Weitere Termine außerhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung.

Eintritt: Kletterkurse: zehn Euro pro Kind. Freies Klettern nach einem Kurs oder im Anschluss an einen Einsteigerkurs: Familienkarte für zwei Erwachsene und zwei Kinder, inklusive Gurte 23 Euro.

(Dietrich Harhues)


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